100 Jahre Tiefenstein - Zwischen Bann und Gewann -


WIRTSCHAFT

Stadtentwicklungskonzept für TIEFENSTEIN: Der Stadtteil Tiefenstein liegt nördlich von Idar im Tal des Idarbaches und ist 1909 aus der Zusammenlegung der Dörfer Hettstein und Obertiefenbach entstanden. Bereits 1930 wurde Tiefenstein nach Idar eingegliedert. Die ältesten Bereiche von Obertiefenbach erstrecken sich westlich des Idarbaches am Bachweg, der in die alte Poststraße überleitet. In der östlich des Idarbaches gelegenen Hofstraße befinden sich zum Teil noch große Quereinhäuser ( ehemals Veitsrodter Hof ) der ehemals landwirtschaftlichen Anwesen. Das südlich gelegene Hettstein gruppiert sich mit relativ kleinteiliger Bebauung an der alten Poststraße am Abzweig Haselweg. Hettstein war mit Idar zunächst nur über den hochgelegenen Weg "Rothenbach" und mit Obertiefenbach über die alte Poststraße verbunden.

Erst ab Mitte des 19. Jh. wurde die Verkehrsanbindung über die Tiefenteiner Straße geschaffen. Durch das Wachstum der Edelsteinindustrie hatte besonders Obertiefenbach bereits vor der Vereinigung einen Aufschwung genommen der sich in aufwendigen villenähnlichen Bauten entlang der Tiefensteiner Straße zeigte. Tiefenstein entwickelte sich, auch begünstigt durch die Verkehrsanbindung per Oberleitungsbau zum Villenvorort von Idar. Der südliche Abschnitt der Tiefensteiner Straße bis zur Weiherschleife lag früher auf Idarer Gemarkung und lässt sich auch heute noch eher ldar baulich zuordnen. Noch heute ist der Stadtteil durch eine bandartige Bebauung entlang der Durchgangstraße B 422 ( Tiefensteiner Straße ) geprägt. Randnutzungen sind neben dem Wohnen kleinere Gewerbebetriebe, insbesondere Edelsteinschleifereien und Edelsteinhandel. Die beiden Ortskerne sind kaum noch erkennbar. In Ansätzen lässt sich ein Ortszentrum im Kreuzungsbereich zur L 175 ablesen ( Versorgungsinfrastruktur, Gasttätten ). Östlich der Tiefensteiner Straße ist aufgrund der Tallage und der Idar-Aue nur eine Stautiefe vorhanden. In westlicher Richtung haben sich in Hanglage mehrere Neubaugebiete verschiedener Baualter ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Hier befinden sich noch einige freie Bauplätze ! Typisch für viele Neubaugebiete in ldar-Oberstein ist eine überwiegend freistehende Einfamilienhausbebauung mit großzügigen Grundstückszuschnitten sowie die Erschließung über eine Anbindung in Schleifenform ( Gebiet "Am Breitenweg" ).

Stärken: Eine Besonderheit ist die abschnittsweise villenartige Einzelhausbebauung entlang der Tiefensteiner Straße mit nachgefragter Wohnqualität; da viele Gebäude durch einen Vorgarten von der Straße abgerückt sind, sind die Beeinträchtigungen durch Verkehrsemissionen der Durchgangsstraße nicht so gravierend. Die B422 führt nach Norden zur Mosel und weiteren touristisch relevanlen Gebieten wie Erbeskopf und Hunsrückhöhenstraße. Dadurch ergibt sich ein Potential besser zu nutzender Besucher - Frequenz infolge durchreisender Touristen. Tiefenstein hat mit seinen Edelsteinschleifereien, dem Zugang zum Steinkaulenweg ( Edelsteinminen ) und insbesondere der Weiherschleife eine herausragende Position ! Für die Naherholung ist der Idarbach und das Ausflugsziel Historische Weiherschleife am Ortseingang von besonderer Bedeutung; daneben verfügt Tiefenstein mit dem Sport- und Freizeitgelände in der Idarbach-Aue im Norden einen weiteren Attraktionspunkt ! Der Verlauf des Idarbaches ist weitgehend offen und erlebbar.

Schwächen: Die ursprünglichen Ortskerne sind sowohl gestalterisch und funktional kaum noch erlebbar. Der zentrale Bereich mit Versorgungsfunktion im Kreuzungsbereich Tiefensteiner Straße / Hettenrodter Straße ( L175 ) ist durch geringe städtebauliche Qualitäten und durch Leerstände gekennzeichnet. Durch das hohe Verkehrsaufkommen ist dort kaum noch Aufenthaltsqualität vorhanden. Die Wohnnutzung an den Hauptverkehrsstraßen ist durch den Durchgangsverkehr beeinträchtigt, insbesondere in der dicht bebauten Ortsmitte. Gestalterisch nachteilig ist die süd­liche Ortseinfahrt mit einer gewerblich geprägten, ungeordneten Randbebauung. Leitidee: Repräsentatives Wohnen, Edelsteine und Tourismus; Entwicklungsziele: Gestaltung der Ortsdurchfahrt und der Ortsmitte im Kreuzungsbereich Hettenrodter Straße, Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten, Sanierung und Nutzung der verbliebenen historischen Bebauung Gewerbebrache Tiefensteiner Straße, Aufwertung der Randnutzungen entlang der Tiefensteiner Straße, ins­besondere von Hotels /Schleifereien, punktuelle Einbindung der Vorbereiche zur Straße in die Umgestaltung des öffentlichen Raums und Aufwertung der Idar-Aue und des Bachlaufes in Ortslage ( Wegekonzept ).

Ein Musterbeispiel für die Weiterentwicklung von Fertigungstechniken ist der 1953 gegründete und seit 1985 in Idar-Oberstein ansässige Betrieb von Stefanie und Bernd Willi Ripp. Exklusive Schliffe höchster Perfektion kennzeichnen das als „ Farbedelsteinlieferant des Jahres 2002/2003 " ausgezeichnete Unternehmen, dessen Produkte nicht nur in führenden Gold- und Platinkollektionen zu finden sind. Auch technische und synthetische Saphire, Korunde, Spinelle und Quarze finden sich unter anderem in Laboren und Industriebetrieben. Das Unternehmen vereint gleichermaßen modernste Technik und handwerkliche Spitzenleistungen und prägt mit seiner modernen und anspruchsvollen Produktionsstätte seinen Firmensitz im Stadtteil Tiefenstein.

 

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